Labor
Wir bieten eine Notfall-Labordiagnostik zum Ausschluss eines akuten vitalbedrohlichen Herzinfarktes, Herzversagens oder Thrombose, bzw. Lungenembolie (Point-of-Care Diagnostik) an.
Die ausführliche Labordiagnostik erfolgt in Kooperation mit einem Partnerlabor.
Mit Hilfe der ermittelten Laborwerte schaut der Arzt ins Innere seines Patienten.
Indem er sich an Referenzwerten orientiert, kann er durch den Anteil der im Blut oder Urin enthaltenen Stoffe beurteilen, ob in dem Organismus alles in Ordnung ist. Es ist wichtig zu wissen, dass sich die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte von Labor zu Labor unterscheiden können. Am besten bitten Sie Ihren Arzt, Ihnen die Daten zu erklären, und versuchen nicht, die Zahlen mit denen einer anderen Untersuchung oder gar denen einer weiteren Person zu vergleichen.
Laborwerte in der Kardiologie
In der Kardiologie spielen Laborwerte eine zentrale Rolle bei Diagnose, Risikoeinschätzung, Therapieentscheidung und Verlaufskontrolle. Sie helfen, akute Notfälle (z. B. Herzinfarkt), chronische Erkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz) und Begleiterkrankungen zu erkennen.
1. Herzmuskelspezifische Marker (Myokardschaden)
Troponin (cTnI, cTnT – hochsensitiv)
Bedeutung:
- Wichtigster Marker für Myokardschädigung
- Sehr hohe Spezifität für Herzmuskelzellen
Erhöht bei:
- Akutem Myokardinfarkt (STEMI/NSTEMI)
- Myokarditis
- Schwerer Herzinsuffizienz
- Tachyarrhythmien
- Lungenembolie, Sepsis, Niereninsuffizienz
Klinik:
- Bereits wenige Stunden nach Schaden erhöht
- Verlaufskontrolle (Anstieg/Abfall) entscheidend für die Infarktdiagnose
CK-MB (Kreatinkinase-MB)
Bedeutung:
- Früher wichtig, heute Troponin untergeordnet
Erhöht bei:
- Myokardinfarkt
- Muskelverletzungen (weniger spezifisch)
Nutzen heute:
- Verlaufsbeurteilung oder Re-Infarkt (selten)
2. Marker der Herzinsuffizienz
BNP (Brain Natriuretic Peptide) & NT-proBNP
Bedeutung:
- Spiegeln Druck- und Volumenbelastung des Herzens wider
- Sehr wichtig bei Dyspnoe-Abklärung
Erhöht bei:
- Akuter und chronischer Herzinsuffizienz
- Klappenvitien
- Lungenembolie
- Niereninsuffizienz (falsch hoch)
Klinischer Nutzen:
- Diagnose und Ausschluss einer Herzinsuffizienz
- Prognoseeinschätzung
- Therapiekontrolle
3. Entzündungs- und Atherosklerosemarker
CRP (C-reaktives Protein), hs-CRP
Bedeutung:
- Entzündungsmarker
- hs-CRP wichtig für kardiovaskuläres Risiko
Erhöht bei:
- Akutem Koronarsyndrom
- Myokarditis, Endokarditis
- Systemischer Entzündung
hs-CRP:
- < 1 mg/L: niedriges Risiko
- 1–3 mg/L: mittleres Risiko
3 mg/L: hohes Risiko
BSG
- Unspezifisch
- V. a. bei Endokarditis oder entzündlichen Herzerkrankungen
4. Lipidstoffwechsel (kardiovaskuläres Risiko)
LDL-Cholesterin
Wichtigster Zielwert der Prävention
- Hohe Werte → stark erhöhtes Atheroskleroserisiko
- Zielwerte abhängig vom Risiko (z. B. < 55 mg/dl bei sehr hohem Risiko)
HDL-Cholesterin
- „Schützendes“ Cholesterin
- Niedriges HDL = Risikofaktor
Triglyzeride
- Erhöht bei metabolischem Syndrom, Diabetes
- Sehr hohe Werte → Pankreatitisrisiko
Lipoprotein(a)
- Genetischer Risikofaktor
- Wichtig bei frühzeitiger KHK oder familiärer Belastung
5. Elektrolyte (Herzrhythmus & Kontraktilität)
Kalium (K⁺)
Extrem wichtig!
- Hypokaliämie → Arrhythmien, Digitalistoxizität
- Hyperkaliämie → Bradykardie, AV-Block, Asystolie
Natrium (Na⁺)
- Hyponatriämie bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz
- Prognostisch ungünstig
Magnesium (Mg²⁺)
- Niedrig → ventrikuläre Arrhythmien
- Wichtig bei Torsade-de-pointes
Kalzium (Ca²⁺)
- Beeinflusst Kontraktilität und QT-Zeit
6. Nierenwerte (kardiorenales Syndrom)
Kreatinin & eGFR
- Nierenfunktion entscheidend für:
- Medikamentendosierung
- Prognose bei Herzinsuffizienz
- Verschlechterung = Warnsignal
Harnstoff
- Ergänzend zur Volumen- und Nierenbeurteilung
7. Gerinnung
INR / Quick
- Kontrolle bei Vitamin-K-Antagonisten
- Wichtig vor invasiven Eingriffen
aPTT
- Heparintherapie
- Gerinnungsstörungen
D-Dimere
- Ausschluss von Lungenembolie oder Aortendissektion
- Unspezifisch erhöht bei vielen Erkrankungen
8. Stoffwechsel & endokrine Faktoren
Blutzucker / HbA1c
- Diabetes = starker kardiovaskulärer Risikofaktor
- Schlechte Einstellung → schlechtere Prognose
TSH (± fT3, fT4)
- Hyperthyreose → Tachyarrhythmien, Vorhofflimmern
- Hypothyreose → Bradykardie, Hyperlipidämie
9. Blutbild
Hämoglobin
- Anämie → Verschlechterung der Herzinsuffizienz
- Polyglobulie → Thromboserisiko
Leukozyten
- Entzündung, Infarktreaktion
Thrombozyten
- Blutungs- oder Thromboserisiko
- Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT)
Zusammenfassung (Kurzüberblick)
| Kategorie | Zentrale Werte |
|---|---|
| Myokardschaden | Troponin |
| Herzinsuffizienz | BNP / NT-proBNP |
| Risiko/Entzündung | CRP, hs-CRP |
| Lipide | LDL, HDL, TG, Lp(a) |
| Elektrolyte | K⁺, Na⁺, Mg²⁺ |
| Niere | Kreatinin, eGFR |
| Gerinnung | INR, aPTT, D-Dimere |
| Stoffwechsel | HbA1c, TSH |
| Blutbild | Hb, Leukozyten |
